© COPYRIGHT DIETER HAGER 2019-2020 Letzte Aktualisierung 31. August 2020

Konzeptioneller Minimalismus

Weniger ist mehr

Eine Fotografie diesen Stils vermittelt ihre Botschaft nicht durch Anhäufung von Motiven, sondern durch Verzicht auf Überflüssi- ges sowie durch Kontrast zwischen Motiv und negativem Raum. Darüber hinaus kann durch Beschränken oder Weglassen eines Hauptakzentes im Bildgeschehen die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche - als das Fehlende! - verstärkt werden. Konzeptioneller MInimalismus ist das Gegenstück zu den omnipräsenten Ausdrucksformen der Wachstumsökonomie: den Si- mulationswelten der Computerspiele, den penetranten Werbebotschaften der Konsumindustrie und den monumentalen Grafik- designs moderner Illustrationsprogramme. Das ist Risiko und Chancen zugleich. Das Risiko, übersehen zu werden und die Chance, sich zu unterscheiden. Konzeptioneller MInimalismus als Gestaltungsphilosophie geht den unüblichen Weg des größten Widerstandes: er schränkt Dekoration und un- nütze Information ein zugunsten von subtiler Ästhetik und Aussagekraft.
konzeptionelle KOMPETENZ

Ein dialektisches Gestaltungsprinzip

Fokussiertes Motiv und negativer Raum ergänzen sich gegenseitig zu einer höheren Einheit, die eine neue Interpretionsmöglich- keit für die Aussage des Bildes eröffnet. Motiv und Hintergrund für sich genommen sind ohne spezifischen erzählerischen Be- deutungsgehalt. Solange das ökonomische Verhätlnis zwischen Bildaussage und Bildgestaltung gewahrt bleibt, ist Konzeptioneller Minimalismus in jedem fotografischen Genre anwendbar und kann mit jeder Bildbearbeitungstechnik (Composing, Double Exposure etc.) kom- biniert werden. Dies unterscheidet ihn vom kategorischen Minimalismus, bei dem die Reduktion auf ein kleinformatiges Haupt- motiv und überproportionalen negativen Raum unabdingbares Gestaltungsprinzip ist.

Das Themenspektrum für konzeptionell-minimalistische Fotografie

Dieter Hager entwickelt fotografische Arbeiten zu verschiedenen Aspekten der Spätmoderne. Das Konzeptionelle hierbei ist die thematische Integration in definierte philosophische, psychologische und soziologisch-historische Prinzipien.